GLP-1 (Glucagon-ähnliches Peptid-1) ist ein aus 30 oder 31 Aminosäuren bestehendes Inkretinhormon, das von den L-Zellen des Darms als Reaktion auf die Nahrungsaufnahme ausgeschüttet wird. Es spielt eine zentrale Rolle in der Glukosehomöostase und der Appetitregulation, indem es an GLP-1-Rezeptoren auf den Beta- und Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse, in Hirnregionen (Hypothalamus, Hirnstamm), im Magen und anderen Geweben bindet. Natürliches GLP-1 steigert die glukoseabhängige Insulinausschüttung, hemmt die Glukagonfreisetzung, verlangsamt die Magenentleerung, reduziert die Nahrungsaufnahme durch Steigerung des Sättigungsgefühls und wirkt kardio- und neuroprotektiv. Aufgrund seiner sehr kurzen Halbwertszeit (1–2 Minuten) durch den schnellen Abbau mittels des Enzyms DPP-4 wurden therapeutische GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) mit strukturellen Modifikationen entwickelt, um eine verlängerte Wirkdauer und eine erhöhte Wirksamkeit zu erzielen. Dazu gehören einmal täglich (Liraglutid), einmal wöchentlich (Semaglutid, Dulaglutid, Exenatid mit verlängerter Wirkstofffreisetzung) und duale/triple Agonisten (Tirzepatid: GLP-1 + GIP; Survodutid: GLP-1 + Glucagon; Retatrutid: GLP-1 + GIP + Glucagon). GLP-1-Rezeptoragonisten sind von der FDA für die Behandlung von Typ-2-Diabetes (zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle und Reduktion des kardiovaskulären Risikos) sowie für das chronische Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit Adipositas (BMI ≥ 30) oder Übergewicht (BMI ≥ 27) mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zugelassen. Wegweisende Studien (STEP, SURPASS, SUSTAIN, LEADER, REWIND) belegen eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 10–22 % (oft 9–27 kg und mehr), eine Senkung des HbA1c-Werts um 1,5–2,5 % sowie eine signifikante Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse, Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzinsuffizienz und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung. Die Verabreichung erfolgt üblicherweise mittels Fertigpens zur subkutanen Injektion (Bauch, Oberschenkel oder Oberarm) mit schrittweiser Dosisanpassung, um gastrointestinale Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung – am häufigsten und in der Regel vorübergehend) zu minimieren. Zu den weiteren Vorteilen zählen verbesserte Lipidwerte, ein normaler Blutdruck, ein reduzierter Leberfettgehalt und eine gesteigerte Lebensqualität. Obwohl GLP-1-Therapien hochwirksam sind, bergen sie Warnhinweise für seltene, aber schwerwiegende Risiken: Pankreatitis, Gallenblasenprobleme, akutes Nierenversagen, Überempfindlichkeitsreaktionen und ein Warnhinweis zu Schilddrüsen-C-Zell-Tumoren (medulläres Schilddrüsenkarzinom), die bei Nagetieren beobachtet wurden (Kontraindikation bei persönlicher oder familiärer Vorbelastung mit medullärem Schilddrüsenkarzinom oder MEN2). Das Risiko einer Hypoglykämie ist bei alleiniger Anwendung gering, steigt jedoch bei gleichzeitiger Gabe von Insulin oder Sulfonylharnstoffen. GLP-1-Rezeptoragonisten sind nicht zugelassen zur Behandlung von Typ-1-Diabetes, diabetischer Ketoazidose oder zur allgemeinen kosmetischen Gewichtsreduktion. Die Anwendung sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, begleitet von regelmäßiger Kontrolle von HbA1c-Wert, Gewicht, Blutfettwerten, Nierenfunktion und Schilddrüsenwerten. Für optimale Ergebnisse empfiehlt sich die Kombination mit einer angepassten Ernährung, Bewegung und Verhaltensunterstützung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob eine GLP-1-Therapie für Ihre Diabetes- oder Gewichtsmanagement-Bedürfnisse geeignet ist, erhalten Sie eine Schulung zur Injektionstechnik und besprechen Sie mit Ihrem Arzt das für Sie am besten geeignete Präparat und die optimale Dosierung.
| DOSIS | GP 5 mg (10 Ampullen) |
|---|